§ 2b UStG kommt

Am 31.12.2026 endet die Option auf das alte Recht endgültig. Ab dem 01.01.2027 sind sämtliche wirtschaftlichen Tätigkeiten juristischer Personen des öffentlichen Rechts umsatzsteuerpflichtig, soweit keine der engen Ausnahmen des § 2b UStG greift. Nach drei Verlängerungen deutet diesmal nichts mehr auf einen Aufschub hin: Der Entwurf des Jahressteuergesetzes 2026 sieht keine weitere Verlängerung vor, und das Bundesfinanzministerium konkretisiert stattdessen in immer kürzeren Abständen die offenen Anwendungsfragen.

Für Ihre Einrichtung heißt das: Jede Einnahme muss bewertet, jeder laufende Vertrag geprüft und jeder Prozess von der Rechnungsstellung bis zur Voranmeldung angepasst sein.
Diese Fortbildung begleitet Sie durch genau diese Umstellung – vom Prüfschema des § 2b UStG über die Leistungsinventur bis zur sauberen Abgrenzung rund um den Jahreswechsel, bei der Leistungszeitpunkt, Anzahlungen und Dauerschuldverhältnisse darüber entscheiden, welches Recht gilt. Sie erarbeiten an konkreten Fällen aus der Verwaltungspraxis einen priorisierten Fahrplan für die verbleibenden Monate und erkennen dabei auch, wo die Umstellung Ihnen über den Vorsteuerabzug finanziellen Spielraum verschafft.

Stichtag 1. Januar 2027: § 2b UStG gilt dann für alle juristischen Personen des öffentlichen Rechts. Neu hinzu kommt das BMF-Schreiben vom 20.01.2026 zu dauerdefizitären Einrichtungen. Wer Verträge und Zuschüsse jetzt prüft, kann sie noch gestalten.

Was Sie in dieser vertieften Umsatzsteuer-Weiterbildung für die öffentliche Hand (jPöR) lernen

  • Sicherheit im Prüfschema des § 2b UStG: Handlungsform, Wettbewerbsverzerrung, Bagatellgrenze und die Ausnahmen der Absätze 2 und 3.
  • Methodik für eine belastbare Ertrags- und Leistungsinventur Ihrer Einrichtung.
  • Klarheit über laufende Verträge zum Stichtag: Dauerschuldverhältnisse, Anzahlungen und die Vermeidung von § 14c UStG.
  • Überblick über Ihr Vorsteuerpotenzial, die Zuordnungsentscheidung und Berichtigungen nach § 15a UStG.
  • Handlungssicherheit bei Rechnungsstellung, Kontierung, Voranmeldungen und Haushaltsplanung.

Seminardetails

Modalität

Online

format

Zwei halbe Tage

zeitraum

08:30 - 13:00 Uhr

Termin & Preis

Preis pro Person zzgl. Mwst. (19%)

Ihre Referierenden

Christoph Glüsenkamp LL.M.

Umsatzbesteuerung

Christoph Glüsenkamp LL.M.

Niedersächsisches Finanzministerium

Experte für die Besteuerung der öffentlichen Hand.

Fragen von Teilnehmenden

Fragen zum Thema

+Für wen ist die § 2b UStG Fortbildung geeignet?

Mit der Umsatzsteuerpflicht wirtschaftlicher Tätigkeiten kann eine jPöR Vorsteuer aus den zugehörigen Eingangsleistungen abziehen (§ 15 UStG). Voraussetzung sind eine saubere Zuordnungsentscheidung und bei gemischter Verwendung eine nachvollziehbare Aufteilung. Ändern sich die Verhältnisse später, kann eine Berichtigung nach § 15a UStG erforderlich werden. Die Umstellung verschafft damit finanziellen Spielraum, erhöht aber die Anforderungen an die Dokumentation. Die Gegenseite zur Umsatzsteuerpflicht behandelt die Fortbildung Vorsteuerabzug im öffentlichen Dienst. Neue Entwicklungen bei Körperschaft- und Umsatzsteuer fasst das Steuer-Update jPöR kompakt zusammen.

+Wird die Übergangsfrist für § 2b UStG über 2026 hinaus verlängert?

Nein. Stand Oktober 2026 sieht das Jahressteuergesetz 2026 keine weitere Verlängerung vor. Die Übergangsregelung nach § 27 Abs. 22a UStG endet am 31. Dezember 2026; ab dem 1. Januar 2027 gilt § 2b UStG für alle juristischen Personen des öffentlichen Rechts verbindlich. Die Frist wurde bereits viermal verlängert (2020, 2022, 2024, 2026) – eine fünfte Verlängerung ist nicht geplant.

Organisatorische Fragen

+Wie erfolgt die Bezahlung und wann erhalte ich die Rechnung?

Direkt nach Abschluss Ihrer Buchung erhalten Sie die Rechnung automatisch per E-Mail. Bitte beachten Sie, dass die Rechnung auf die von Ihnen angegebene Organisation (bzw. den Arbeitgeber) ausgestellt wird.

Der Rechnungsbetrag ist innerhalb von 14 Tagen bequem per Banküberweisung zu begleichen. Die entsprechenden Kontodaten finden Sie direkt auf der Rechnung.

+Was passiert, wenn ich verhindert bin oder stornieren muss?

Sollten Sie den Termin nicht wahrnehmen können, bitten wir Sie um eine frühzeitige Kontaktaufnahme. Gerne besprechen wir mit Ihnen mögliche Alternativen, wie zum Beispiel die Teilnahme an einem späteren Termin. Detaillierte Informationen zu den Stornierungsbedingungen finden Sie zudem in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen unter https://publivio.de/agb/.

+Wann erhalte ich meine Teilnahmebescheinigung?

Sie erhalten Ihre Teilnahmebescheinigung circa eine Woche nach der Veranstaltung per E-Mail zugesendet.

Warum dieses Format

Online, kompakt, interaktiv: konzipiert für  den Arbeitsalltag im öffentlichen Dienst.

Zwei halbe Tage

Vormittags lernen, nachmittags umsetzen – ohne den Arbeitsalltag zu blockieren.

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Wird § 2b UStG noch einmal verlängert? Stand Oktober 2026

Die Frage beschäftigt fast jede Kämmerei und Hochschulverwaltung. Nach heutigem Stand lautet die Antwort: nein.

§ 2b UStG gilt seit dem 1. Januar 2017. Juristische Personen des öffentlichen Rechts (jPöR) konnten jedoch nach § 27 Abs. 22 und 22a UStG weiter das alte Recht anwenden. Diese Übergangsfrist wurde viermal verlängert, zuletzt mit dem Jahressteuergesetz 2024 bis zum 31. Dezember 2026.

Jahressteuergesetz 2026: keine weitere Verlängerung vorgesehen

Weder der Referentenentwurf noch der Regierungsentwurf zum Jahressteuergesetz 2026 vom August 2026 ändern § 27 Abs. 22a UStG. Damit gilt § 2b UStG ab dem 1. Januar 2027 verbindlich für alle jPöR. Wer die Umstellung noch nicht abgeschlossen hat, sollte nicht auf eine erneute Fristverschiebung setzen.

Was sich ab Januar 2027 ändert

Ab 2027 ist jede jPöR mit Leistungen auf privatrechtlicher Grundlage unternehmerisch tätig. Auch hoheitliche Tätigkeiten werden steuerbar, wenn eine Behandlung als Nichtunternehmer zu größeren Wettbewerbsverzerrungen führen würde. Betroffen sind typischerweise Vermietungen, Beistandsleistungen zwischen Kommunen, Personalgestellung, Kantinen, Bäder und Kooperationen zwischen Hochschulen.

Prüfschema zu § 2b UStG: von der Leistungsinventur zur Rechnung

Ausgangspunkt ist eine vollständige Leistungsinventur. Prüfen Sie für jede Leistung, ob sie auf privatrechtlicher oder öffentlich-rechtlicher Grundlage erbracht wird. Bei öffentlich-rechtlichen Leistungen folgt die Frage, ob größere Wettbewerbsverzerrungen drohen. Danach stehen Vertragsprüfung und die Anpassung der Rechnungsstellung an.

Vertiefende Fortbildungen zu Umsatzsteuer und Vorsteuerabzug

Was § 2b UStG für Zuschüsse, Kooperationen und Personalgestellung bedeutet, vertieft das Seminar Umsatzsteuer vertieft: Zuschüsse, Kooperationen & § 2b UStG. Die Gegenseite, den Vorsteuerabzug, behandelt die Fortbildung Vorsteuerabzug im öffentlichen Dienst.