§ 2b UStG kommt
Am 31.12.2026 endet die Option auf das alte Recht endgültig. Ab dem 01.01.2027 sind sämtliche wirtschaftlichen Tätigkeiten juristischer Personen des öffentlichen Rechts umsatzsteuerpflichtig, soweit keine der engen Ausnahmen des § 2b UStG greift. Nach drei Verlängerungen deutet diesmal nichts mehr auf einen Aufschub hin: Der Entwurf des Jahressteuergesetzes 2026 sieht keine weitere Verlängerung vor, und das Bundesfinanzministerium konkretisiert stattdessen in immer kürzeren Abständen die offenen Anwendungsfragen.
Für Ihre Einrichtung heißt das: Jede Einnahme muss bewertet, jeder laufende Vertrag geprüft und jeder Prozess von der Rechnungsstellung bis zur Voranmeldung angepasst sein.
Diese Fortbildung begleitet Sie durch genau diese Umstellung – vom Prüfschema des § 2b UStG über die Leistungsinventur bis zur sauberen Abgrenzung rund um den Jahreswechsel, bei der Leistungszeitpunkt, Anzahlungen und Dauerschuldverhältnisse darüber entscheiden, welches Recht gilt. Sie erarbeiten an konkreten Fällen aus der Verwaltungspraxis einen priorisierten Fahrplan für die verbleibenden Monate und erkennen dabei auch, wo die Umstellung Ihnen über den Vorsteuerabzug finanziellen Spielraum verschafft.
Was Sie in dieser vertieften Umsatzsteuer-Weiterbildung für die öffentliche Hand (jPöR) lernen
Ihre Referierenden

Umsatzbesteuerung
Christoph Glüsenkamp LL.M.
Niedersächsisches Finanzministerium
Experte für die Besteuerung der öffentlichen Hand.
Fragen von Teilnehmenden
Fragen zum Thema
Mit der Umsatzsteuerpflicht wirtschaftlicher Tätigkeiten kann eine jPöR Vorsteuer aus den zugehörigen Eingangsleistungen abziehen (§ 15 UStG). Voraussetzung sind eine saubere Zuordnungsentscheidung und bei gemischter Verwendung eine nachvollziehbare Aufteilung. Ändern sich die Verhältnisse später, kann eine Berichtigung nach § 15a UStG erforderlich werden. Die Umstellung verschafft damit finanziellen Spielraum, erhöht aber die Anforderungen an die Dokumentation. Die Gegenseite zur Umsatzsteuerpflicht behandelt die Fortbildung Vorsteuerabzug im öffentlichen Dienst. Neue Entwicklungen bei Körperschaft- und Umsatzsteuer fasst das Steuer-Update jPöR kompakt zusammen.
Nein. Stand Oktober 2026 sieht das Jahressteuergesetz 2026 keine weitere Verlängerung vor. Die Übergangsregelung nach § 27 Abs. 22a UStG endet am 31. Dezember 2026; ab dem 1. Januar 2027 gilt § 2b UStG für alle juristischen Personen des öffentlichen Rechts verbindlich. Die Frist wurde bereits viermal verlängert (2020, 2022, 2024, 2026) – eine fünfte Verlängerung ist nicht geplant.
Organisatorische Fragen
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Wird § 2b UStG noch einmal verlängert? Stand Oktober 2026
Die Frage beschäftigt fast jede Kämmerei und Hochschulverwaltung. Nach heutigem Stand lautet die Antwort: nein.
§ 2b UStG gilt seit dem 1. Januar 2017. Juristische Personen des öffentlichen Rechts (jPöR) konnten jedoch nach § 27 Abs. 22 und 22a UStG weiter das alte Recht anwenden. Diese Übergangsfrist wurde viermal verlängert, zuletzt mit dem Jahressteuergesetz 2024 bis zum 31. Dezember 2026.
Jahressteuergesetz 2026: keine weitere Verlängerung vorgesehen
Weder der Referentenentwurf noch der Regierungsentwurf zum Jahressteuergesetz 2026 vom August 2026 ändern § 27 Abs. 22a UStG. Damit gilt § 2b UStG ab dem 1. Januar 2027 verbindlich für alle jPöR. Wer die Umstellung noch nicht abgeschlossen hat, sollte nicht auf eine erneute Fristverschiebung setzen.
Was sich ab Januar 2027 ändert
Ab 2027 ist jede jPöR mit Leistungen auf privatrechtlicher Grundlage unternehmerisch tätig. Auch hoheitliche Tätigkeiten werden steuerbar, wenn eine Behandlung als Nichtunternehmer zu größeren Wettbewerbsverzerrungen führen würde. Betroffen sind typischerweise Vermietungen, Beistandsleistungen zwischen Kommunen, Personalgestellung, Kantinen, Bäder und Kooperationen zwischen Hochschulen.
Prüfschema zu § 2b UStG: von der Leistungsinventur zur Rechnung
Ausgangspunkt ist eine vollständige Leistungsinventur. Prüfen Sie für jede Leistung, ob sie auf privatrechtlicher oder öffentlich-rechtlicher Grundlage erbracht wird. Bei öffentlich-rechtlichen Leistungen folgt die Frage, ob größere Wettbewerbsverzerrungen drohen. Danach stehen Vertragsprüfung und die Anpassung der Rechnungsstellung an.


