Horizont Europa: Abrechnung, Personalkosten und Vorbereitung auf EU-Audits
Die korrekte Abrechnung und Berichterstattung in Horizont-Europa-Projekten stellt Forschungseinrichtungen und Hochschulen vor komplexe Anforderungen. Geänderte Regeln gegenüber Horizon 2020, neue Vorgaben bei Personalkosten und strenge Dokumentationspflichten erhöhen das Risiko von Beanstandungen – bis hin zu Rückforderungen durch die EU-Kommission.
In unserem Seminar vermitteln wir Ihnen das Rüstzeug, um Fördermittel rechtssicher abzurechnen, Berichtspflichten korrekt zu erfüllen und externe Prüfungen souverän zu bestehen. Praxisworkshops mit konkreten Fallbeispielen sorgen dafür, dass Sie das erworbene Wissen direkt anwenden können.
Ihr Praxiswissen für die rechtssichere Abrechnung und Berichterstattung in Horizont-Europa-Projekten
Ihre Referierenden

Horizon Europe (MSCA, ERC)
Friederieke Noack
Technische Universität Dresden

Horizon Europe, EDF, Partnerschaften
Katja Böttcher
Technische Universität Dresden

Horizont Europa, EU-Forschungsrahmen
Martin Baumgartner
Öst. Forschungs-förderungsgesellschaft FFG
Fragen von Teilnehmenden
Fragen zum Thema
Horizont Europa gliedert sich in drei Säulen: Wissenschaftsexzellenz (ERC, Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen, Forschungsinfrastrukturen), Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit (thematische Cluster) sowie Innovatives Europa (European Innovation Council, Ökosysteme). Hinzu kommen die Europäische Forschungsinfrastruktur und Maßnahmen zur Stärkung des Europäischen Forschungsraums.
Kosten müssen tatsächlich entstanden, für das Projekt notwendig und in der Finanzbuchhaltung erfasst sein. Förderfähig sind direkte Kosten (Personal, Reisen, Geräte, Unteraufträge) und indirekte Kosten, die pauschal mit 25 % der direkten Kosten angesetzt werden. Personalkosten sind besonders aufwendig nachzuweisen: Zeiterfassung ist Pflicht und häufiger Beanstandungspunkt bei Audits.
Die Zeiterfassung bei Horizont Europa muss für alle Beschäftigten, die auf das Projekt gebucht werden, vollständig und nachvollziehbar sein, d.h. tagesgenau, mit Unterschrift und konsistent mit dem Beschäftigungsvertrag. Systeme müssen so eingerichtet sein, dass die geleisteten Stunden pro Projekt nachvollzogen werden können. Pauschalabschätzungen oder rückwirkende Korrekturen ohne Beleg sind nicht akzeptabel.
Der Koordinator übernimmt die Gesamtverantwortung für die Projektdurchführung, koordiniert alle Partner, verwaltet das Konsortiumskonto, gibt Berichte bei der Kommission ein und verteilt Mittel an die Partner. Er trägt erhöhte Verantwortung gegenüber der Kommission und haftet im Zweifel für Fehler aller Konsortialpartner.
Das Seminar richtet sich an Projektmanagerinnen und Projektmanager, Forschungsverwaltungen, Drittmittelabteilungen und Buchhaltungen in Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Horizont-Europa-Projekte verwalten, abrechnen oder für Audits vorbereiten. Auch EU-Referentinnen und -Referenten in öffentlichen Einrichtungen profitieren von den Inhalten.
Organisatorische Fragen
Direkt nach Abschluss Ihrer Buchung erhalten Sie die Rechnung automatisch per E-Mail. Bitte beachten Sie, dass die Rechnung auf die von Ihnen angegebene Organisation (bzw. den Arbeitgeber) ausgestellt wird.
Der Rechnungsbetrag ist innerhalb von 14 Tagen bequem per Banküberweisung zu begleichen. Die entsprechenden Kontodaten finden Sie direkt auf der Rechnung.
Sollten Sie den Termin nicht wahrnehmen können, bitten wir Sie um eine frühzeitige Kontaktaufnahme. Gerne besprechen wir mit Ihnen mögliche Alternativen, wie zum Beispiel die Teilnahme an einem späteren Termin. Detaillierte Informationen zu den Stornierungsbedingungen finden Sie zudem in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen unter https://publivio.de/agb/.
Sie erhalten Ihre Teilnahmebescheinigung circa eine Woche nach der Veranstaltung per E-Mail zugesendet.
Der Veranstaltungspreis umfasst die Teilnahme am Seminar sowie Ihre Verpflegung vor Ort. Wir sorgen für Kaffeepausen mit Kuchen sowie ein gemeinsames Mittagessen. Eine Übernachtung ist im Preis nicht inbegriffen; wir bitten Sie, diese bei Bedarf gesondert zu organisieren.
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Horizont Europa: Warum exzellente Forschung an der Administration scheitern kann
Horizon Europe ist das größte Forschungsförderprogramm der Welt – mit einem Budget von über 95 Milliarden Euro für den Zeitraum 2021 bis 2027. Für deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen bietet es enorme Chancen: von ERC Grants über Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen bis hin zu großen Verbundprojekten in den Clustern. Doch zwischen erfolgreicher Antragstellung und dem reibungslosen Projektabschluss liegt ein administratives Minenfeld, das selbst erfahrene Drittmittelverantwortliche vor Herausforderungen stellt.
Die Einführung von Lump-Sum-Projekten sollte eigentlich Vereinfachung bringen. Statt detaillierter Kostennachweise wird eine Pauschale ausgezahlt, die an die Erreichung von Arbeitspaketen geknüpft ist. In der Praxis wirft das Modell aber neue Fragen auf: Wie weist man nach, dass ein Arbeitspaket tatsächlich abgeschlossen ist? Was passiert, wenn die realen Kosten erheblich von der Pauschale abweichen – nach oben oder nach unten? Und wie gestaltet man die Konsortialvereinbarung so, dass die Risikoverteilung zwischen den Partnern fair bleibt, wenn einer das Arbeitspaket nicht liefert?
Bei Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) liegt die Komplexität in der Finanzadministration: Die Abrechnung erfolgt über Unit Costs, die Personalkosten, Mobilitätszulagen und institutionelle Beiträge in festgelegten Sätzen pauschalieren. Die korrekte Zuordnung, insbesondere bei Forschenden, die zwischen Einrichtungen wechseln oder Secondments absolvieren, erfordert Detailkenntnis der Förderregeln – und eine saubere Dokumentation, die im Audit standhält.
Denn Audits kommen. Die Europäische Kommission prüft stichprobenartig, und die Konsequenzen können erheblich sein: Rückforderungen, Ausschluss von zukünftigen Ausschreibungen, Reputationsschäden. Second Level Audits durch externe Prüfer der Kommission sind besonders gründlich – und decken regelmäßig Fehler auf, die während der Projektlaufzeit unbemerkt geblieben sind. Die häufigsten Beanstandungen betreffen Personalkosten, Zeitnachweise und die Abgrenzung förderfähiger von nicht förderfähigen Kosten.
Friederike Noack und Katja Böttcher von der Technischen Universität Dresden bringen in unserer Fortbildung die Erfahrung aus der täglichen Administration von Horizon-Europe-Projekten mit – von MSCA und ERC bis zu EDF und europäischen Partnerschaften. Sie vermitteln praxiserprobte Methoden für Financial Statements, Zeiterfassung und Belegführung und bereiten gezielt auf Audit-Szenarien vor, damit Rückforderungen gar nicht erst entstehen.


