Themen im Fokus
Die Bedeutung von Drittmitteln nimmt stetig zu, doch mit jeder zusätzlichen Förderung wächst auch die administrative Komplexität. Die Landschaft ist unübersichtlich: Die DFG fordert andere Standards als die EU, Industrieprojekte funktionieren anders als EFRE-Mittel, und über allem schweben das strenge Zuwendungsrecht sowie steuerliche Fallstricke. Fehler in der Vertragsgestaltung oder der Mittelbewirtschaftung führen schnell zu Rückforderungen oder rechtlichen Konsequenzen.
Dieser Basiskurs vermittelt Ihnen das fundamentale Rüstzeug, um Drittmittelprojekte über den gesamten Lebenszyklus hinweg professionell und rechtssicher zu steuern.
Das nehmen Sie mit
Ihre Referierenden

Leiter Drittmittel
Bernhard Dasselaar
Abteilungsleiter Kostenrechnung und Drittmittelverwaltung
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Rechtsanwalt
Martin Trillsch LL.M.
Abteilungsleiter Forschungsverträge und Drittmittelmanagement
Universitätsklinikum Bonn

Drittmittelmanagement
Alexander Gehrsitz
Abteilungsleiter Drittmittelmanagement
Universitätsklinikum Würzburg
Ähnliche Fortbildungen zum Thema

Drittmittelmanagement: Warum systematisches Wissen den Unterschied macht
Drittmittel sind längst kein Nebenschauplatz mehr. An Hochschulen und Forschungseinrichtungen machen sie häufig einen erheblichen Teil des Gesamtbudgets aus – und mit jedem eingeworbenen Euro steigt die administrative Komplexität. DFG-Projekte unterliegen anderen Regeln als EU-Förderungen, Industrieaufträge funktionieren nach anderer Logik als BMBF-Zuwendungen, und über allem liegt ein dichtes Netz aus Zuwendungsrecht, Steuerrecht und Haushaltsrecht, das bei Fehlern wenig Spielraum lässt.
Für Mitarbeitende, die neu in der Drittmittelverwaltung sind oder aus angrenzenden Bereichen kommen, ist die Einstiegshürde hoch. Die Förderlandschaft in Deutschland und Europa ist fragmentiert: Jeder Geldgeber hat eigene Richtlinien, eigene Formulare, eigene Abrechnungslogiken. Was bei der DFG als projektbezogene Ausgabe anerkannt wird, kann beim BMBF schon problematisch sein. Und wer die steuerlichen Implikationen übersieht – Stichwort Betrieb gewerblicher Art –, riskiert Nachforderungen, die ein ganzes Projektbudget auffressen.
Dazu kommt die vertragliche Dimension: Forschungs- und Kooperationsverträge enthalten Klauseln zu geistigem Eigentum, Haftung und Verwertungsrechten, die weit über das reine Finanzmanagement hinausgehen. Wer hier die Tragweite einzelner Formulierungen unterschätzt, schafft Risiken, die erst Jahre später – bei einem Audit, einer Betriebsprüfung oder einem Rechtsstreit – sichtbar werden.
Der Basiskurs Drittmittelmanagement schafft genau die Grundlage, die für eine sichere und effiziente Arbeit im Drittmittelbereich erforderlich ist. Drei Referierende bringen dabei komplementäre Perspektiven mit: Bernhard Dasselaar vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) deckt die Kostenrechnung und das Zusammenspiel von Vollkosten, Gemeinkostenzuschlägen und Förderfähigkeit ab. Martin Trillsch LL.M. vom Universitätsklinikum Bonn kennt die vertragliche Seite aus der täglichen Praxis einer Hochschulmedizin, in der Forschungsverträge, Geheimhaltungsvereinbarungen und Drittmittelströme besonders vielfältig sind. Alexander Gehrsitz vom Universitätsklinikum Würzburg ergänzt die Perspektive der operativen Drittmittelverwaltung in einem klinischen Umfeld.
Gemeinsam vermitteln sie ein Gesamtbild: Von der Fördermittelakquise über die rechtsichere Vertragsgestaltung bis zur Vorbereitung auf Prüfungen und Revisionen. Der Kurs richtet sich an alle, die im Drittmittelbereich Orientierung brauchen – ob als Einstieg oder als systematische Auffrischung für Praktikerinnen und Praktiker, die bisher vor allem learning by doing betrieben haben.

