Dr. Nicole Thaller ist Hochschulforscherin mit personalökonomischem Hintergrund und Wissenschaftsmanagerin an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie engagiert sich zudem in verschiedenen Netzwerken von UniWinD oder dem Tenure-Track-Netzwerk mit einem Fokus auf wissenschaftlicher Karriereentwicklung.
Publivio: Was ist der häufigste Rechtsfehler, der Hochschulen in Berufungsverfahren machen?
Dr. Thaller: Gute Vorbereitung macht den entscheidenden Unterschied.
Publivio: Wo liegt die Grenze zwischen der Zuständigkeit der Verwaltung und der Berufungskommission?
Dr. Thaller: Wichtig ist ein konstruktives Miteinander für gelingende Berufungsverfahren.
Publivio: Wann entsteht in einem Berufungsverfahren am häufigsten Anlass für einen Rechtsstreit?
Dr. Thaller: Zielvereinbarungen sollten sorgfältig vereinbart werden, da deren Erreichung wesentlich in Tenure-Track-Evaluationsverfahren ist.
Publivio: Was muss eine Berufungskommission zu Beginn klären, um spätere Befangenheitsprobleme zu vermeiden?
Dr. Thaller: Befangenheit ist nur ein Aspekt. Bei Tenure Track-Verfahren stehen die BKs vor der Herausforderung, Potenzial statt past merits beurteilen zu müssen.
Publivio: Welche rechtliche Entwicklung der letzten Jahre hat die Hochschulpraxis rund um Berufungen am stärksten verändert?
Dr. Thaller: Tenure Track gilt mittlerweile in Deutschland als eingeführt, die rechtlichen Voraussetzungen wurden in den Landeshochschulgesetzen geschaffen – allerdings ist ein bunter Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen geschaffen worden.
Wir bedanken uns herzlichst für den Einblick in die Arbeit von Frau Dr. Thaller.

