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Laborgebäude gehören zur Königsklasse des öffentlichen Bauens. Die technische Komplexität ist extrem hoch, die Sicherheitsvorschriften sind streng, und die Nutzungsmethoden ändern sich oft schneller, als gebaut werden kann. Hinzu kommt der Druck, trotz energieintensiver Technik nachhaltig zu planen und das Budget der öffentlichen Hand nicht zu sprengen.
Dieses Seminar bietet Ihnen einen strukturierten Leitfaden durch den gesamten Planungsprozess. Wir verknüpfen die harten Fakten (Normen, Technik, Sicherheit) mit strategischen Lösungen für Kostenkontrolle und Flexibilität, damit Ihr Laborgebäude auch in zehn Jahren noch funktional und wirtschaftlich betrieben werden kann.
Das nehmen Sie mit
Ihre Referierenden

Sicherheitslabore
Claus Schweinheim
HT Lab Tec GmbH

Laborplanung
Dr. rer. nat. Andreas Düdder
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
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Laborbau Konferenz: Die Königsdisziplin des öffentlichen Bauens verstehen und beherrschen
Laborgebäude gehören zu den technisch anspruchsvollsten Bauvorhaben im öffentlichen Sektor. Die Kombination aus hochsensiblen Nutzungsanforderungen, strengen Sicherheitsvorschriften und der Notwendigkeit, Flexibilität für zukünftige Nutzungsänderungen einzuplanen, macht jeden Laborbau zu einem Projekt, das mit den üblichen Standards des öffentlichen Hochbaus wenig gemein hat. Ein Hörsaalgebäude kann man umnutzen; ein Chemielabor, das für eine bestimmte Sicherheitsstufe gebaut wurde, lässt sich nicht ohne Weiteres in ein Biologielabor umwandeln.
Die Herausforderungen beginnen bei der Planung. Labore erfordern eine technische Infrastruktur, die in Dichte und Komplexität mit industriellen Produktionsstätten vergleichbar ist: Lüftungsanlagen mit mehrfachem Luftwechsel, Medienversorgung mit Gasen, Druckluft und Spezialwasser, Abzugssysteme für gefährliche Stoffe, Notstromversorgung für temperaturempfindliche Proben. Die Investitionskosten pro Quadratmeter liegen um ein Vielfaches über denen eines normalen Bürogebäudes – und jeder Planungsfehler potenziert sich in den Betriebskosten über die gesamte Nutzungsdauer.
Hinzu kommt die regulatorische Komplexität. Labore unterliegen einer Vielzahl von Normen und Vorschriften – von der Arbeitsstättenverordnung über die Gefahrstoffverordnung bis hin zu spezifischen Richtlinien für biologische Sicherheit oder Strahlenschutz. Die Zuständigkeiten sind fragmentiert: Bauherr, Nutzer, Sicherheitsbeauftragte, Genehmigungsbehörden und Betreiber haben unterschiedliche Anforderungen, die im Planungsprozess zusammengeführt werden müssen – und die sich nicht selten widersprechen.
Besonders unterschätzt wird die Frage der Zukunftssicherheit. Forschungsmethoden ändern sich schneller als Gebäude gebaut werden können. Ein Labor, das heute für nasschemische Analytik konzipiert wird, soll in zehn Jahren vielleicht molekularbiologische Arbeiten aufnehmen. Flexible Raumkonzepte – modulare Installationssysteme, offene Deckenbereiche für Nachrüstungen, anpassbare Medienversorgung – sind kein Luxus, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit.
Unsere Laborbau Konferenz bringt Planende, Betreibende und Nutzende zusammen. Claus Schweinheim von HT Lab Tec bringt die Perspektive des Sicherheitslaborspezialisten ein, Dr. Andreas Düdder von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die Erfahrung der universitären Laborplanung. Die Konferenz arbeitet an realen Projektbeispielen und verbindet rechtliche Rahmenbedingungen mit technischer Umsetzung und wirtschaftlicher Projektsteuerung.
