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Der Bau ist fertiggestellt, doch der kritische Moment steht erst bevor: Funktioniert die Technik im Zusammenspiel? In der Praxis ist die Phase zwischen Fertigstellung, Einregulierung und Übergabe oft von Zeitdruck und Koordinationsproblemen geprägt. Wer hier als öffentlicher Auftraggeber nicht genau hinschaut, übernimmt Anlagen, die energetisch ineffizient laufen oder versteckte Mängel aufweisen – mit teuren Folgen für den späteren Betriebshaushalt.

Dieses Seminar schließt die Lücke zwischen Baustelle und Regelbetrieb. Sie diskutieren, wie Sie den Prozess der Inbetriebnahme strukturiert steuern, damit Sie genau die Leistung erhalten, die ausgeschrieben und bezahlt wurde.

Das nehmen Sie mit

  • Sicherheit bei der Unterscheidung von technischer Inbetriebsetzung, funktionaler Erprobung und rechtlicher Abnahme (nach VOB), um Haftungsfallen zu vermeiden.
  • Kompetenz in der Koordination der verschiedenen Gewerke, damit Lüftung, Heizung und MSR-Technik reibungslos ineinandergreifen.
  • Strategien für ein effektives Mängelmanagement vor der Übernahme, damit Sie keine „Baustellen“ in den laufenden Betrieb mitschleppen.
  • Wissen über die notwendigen Dokumentationspflichten, um Revisionssicherheit zu gewährleisten und den späteren Facility-Management-Prozess vorzubereiten.
  • Verständnis für die wichtige Phase der Einregulierung, um die Energieeffizienz der Gebäude von Tag 1 an sicherzustellen.
Seminar Details

Modalität

Online

format

Zwei halbe Tage

zeitraum

08:30 - 13:00 Uhr

Termin & Preis

Preis pro Person zzgl. Mwst. (19%)

Ihre Referierenden

Professionelles Porträt eines lächelnden Mannes, Dr. Joachim Liers, mit Brille und kurzem grauem Haar. Er trägt ein dunkel kariertes Sakko über einem dunkelgrünen V-Ausschnitt-Pullover und einem weißen Hemd. Die Hände sind locker vor einem hellen, neutralen Hintergrund verschränkt.
Gebäudemanagement

Dr. Joachim Liers

 

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Labore und Hygiene

Nikolaus Ferstl

 

Facility Engineering Services GmbH

Warum dieses Format

Online, kompakt, interaktiv: konzipiert für  den Arbeitsalltag im öffentlichen Dienst.

Zwei halbe Tage

Vormittags lernen, nachmittags umsetzen – ohne den Arbeitsalltag zu blockieren.

Keine Installation

Edudip läuft direkt im Browser. Kein Download, keine IT-Freigabe nötig.

Kleine Gruppe

Maximal 25 Teilnehmende für echten Austausch und individuelle Fragen.

Top Referierende

Unterschiedliche Perspektiven aus der Praxis mit viel Erfahrung in den Themen.

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Inbetriebnahme und Abnahme technischer Anlagen: Die kritischste Phase im öffentlichen Bauprojekt

Der Bau ist abgeschlossen, die Handwerker packen zusammen – und dann beginnt die Phase, in der öffentliche Bauprojekte am häufigsten scheitern: die Inbetriebnahme und Abnahme der technischen Anlagen. Zwischen dem letzten Hammerschlag und der funktionsfähigen Übergabe an den Nutzer liegen Wochen oder Monate, in denen Heizung, Lüftung, Elektrotechnik, Gebäudeautomation und Sicherheitssysteme erstmals im Zusammenspiel getestet werden. Und genau hier zeigt sich, ob die Planung aufgeht – oder ob Koordinationsmängel, Schnittstellenprobleme und unklare Zuständigkeiten das Projekt in Verzug bringen.

Die Begrifflichkeiten sind wichtig und werden in der Praxis häufig durcheinandergeworfen: Die technische Inbetriebsetzung – das erstmalige Einschalten und Prüfen einzelner Anlagen – ist nicht dasselbe wie die funktionale Erprobung, bei der das Zusammenwirken aller Gewerke unter realen Bedingungen getestet wird. Und beides ist zu unterscheiden von der rechtlichen Abnahme nach VOB/B, die den Zeitpunkt markiert, ab dem die Gewährleistungsfrist läuft und die Beweislast für Mängel auf den Auftraggeber übergeht. Wer diese Phasen nicht sauber trennt und dokumentiert, riskiert den Verlust von Gewährleistungsansprüchen.

Die Koordination der verschiedenen Gewerke ist die zentrale Managementaufgabe in dieser Phase. Heizung und Lüftung müssen aufeinander abgestimmt sein, die Gebäudeautomation muss alle Anlagen korrekt ansteuern, und die Brandschutzsysteme müssen im Ernstfall zuverlässig funktionieren. In der Praxis zeigen sich hier häufig Probleme, die in der Planungsphase nicht aufgefallen sind: Ventile, die in die falsche Richtung eingebaut wurden; Regelparameter, die nicht an die tatsächlichen Raumnutzungen angepasst sind; Schnittstellen zwischen Gewerken, die niemand definiert hat.

Besonders unterschätzt wird die Phase der Einregulierung. Eine Lüftungsanlage, die nach dem Einbau nicht sorgfältig einreguliert wird, verbraucht unter Umständen ein Vielfaches der geplanten Energie – und das über die gesamte Nutzungsdauer des Gebäudes. Die Einregulierung ist keine Nebensache, sondern entscheidet über die Energieeffizienz und damit über die Betriebskosten öffentlicher Gebäude auf Jahrzehnte hinaus.

Dr. Joachim Liers von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vermittelt in unserer Fortbildung den systematischen Ansatz für ein erfolgreiches Inbetriebnahmemanagement: von der Planung der Inbetriebnahmephase über die Koordination der Gewerke und das Mängelmanagement bis zur rechtskonformen Abnahme nach VOB. Die Teilnehmenden lernen, typische Fehler zu erkennen, bevor sie teuer werden.