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Wenn die Rutsche im Sommer zur Herdplatte wird und der Gummiboden Hitze abstrahlt statt zu dämpfen, verliert ein Spielplatz seine Funktion. Zunehmende Hitzewellen stellen Planer und Betreiber vor neue Herausforderungen: Spielflächen müssen künftig so gestaltet sein, dass sie auch bei hohen Temperaturen sicher nutzbar bleiben und Aufenthaltsqualität bieten, ohne zu lokalen „Hitzeinseln“ zu werden.
Unser Seminar zum Spielplatzbau vermittelt Ihnen innovative Konzepte der klimaangepassten Spielplatzplanung. Wir analysieren, wie durch die richtige Materialwahl, intelligente Beschattung und den gezielten Einsatz von Vegetation und Wasser kühle Spielräume entstehen, die Gesundheit schützen und den Spielwert langfristig sichern.
Das nehmen Sie mit
Ihre Referierenden

Spielplatzbau
Christopher Moll
eibe Produktion GmbH & Co. KG

Klimaanpassungen
Christian Hütter
Energieregion Weiz-Gleisdorf

Spielplatzbau
Ute Eckardt
Landeshauptstadt Dresden
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Hitzeresistente Spielplätze: Wie öffentliche Spielflächen dem Klimawandel standhalten
Die Sommer werden heißer – und öffentliche Spielplätze werden zum Problem. Metallrutschen, die sich auf über 60 Grad aufheizen. Gummibeläge, die Wärme speichern statt abzuleiten. Kunststoffgeräte, die unter UV-Strahlung verspröden. Was vor zwanzig Jahren als Standard galt, ist unter den klimatischen Bedingungen der Gegenwart in vielen Fällen nicht mehr sicher nutzbar. Für Kommunen, Landkreise und Träger öffentlicher Spielflächen stellt sich damit eine konkrete Frage: Wie gestaltet man Spielplätze so, dass sie auch an Hitzetagen funktionieren – und zwar nicht nur in der Theorie, sondern im realen Betrieb?
Die Herausforderung ist vielschichtiger, als sie auf den ersten Blick erscheint. Es geht nicht allein um die Wahl des richtigen Materials. Ein hitzeresistenter Spielplatz erfordert ein Zusammenspiel aus Beschattung, Materialauswahl, Bepflanzung und Wasserkonzepten, das bereits in der Planungsphase mitgedacht werden muss. Natürliche Beschattung durch Bäume braucht Jahre, bis sie wirksam ist – was bedeutet, dass der Baumbestand heute gepflanzt werden muss, damit er in fünf Jahren Schatten wirft. Technische Beschattung durch Segel oder Überdachungen ist sofort wirksam, aber wartungsintensiv und kostspielig.
Besonders spannend – und in der kommunalen Praxis noch wenig verbreitet – ist das Schwammstadt-Prinzip angewendet auf Spielflächen: Entsiegelte Böden, die Regenwasser aufnehmen und durch Verdunstung zur Kühlung beitragen. Wasserelemente, die nicht nur Spielwert bieten, sondern gleichzeitig das Mikroklima verbessern. Klimaresiliente Bepflanzung, die Schatten spendet und gleichzeitig mit Trockenperioden umgehen kann.
Für bestehende Spielplätze stellt sich zudem die Frage der Nachrüstung: Welche Maßnahmen sind wirtschaftlich vertretbar? Wo reicht eine gezielte Beschattung, und wo muss ein Gerätetausch erfolgen? Welche Materialien bieten sich als Ersatz an – und welche versprechen zwar Hitzeresistenz, halten aber in der Praxis nicht, was die Herstellerangaben suggerieren?
Unsere Fortbildung bringt drei Perspektiven zusammen: Christopher Moll von eibe, einem der führenden Spielplatzhersteller, kennt die Materialeigenschaften und technischen Möglichkeiten aus der Produktentwicklung. Christian Hütter aus der Energieregion Weiz-Gleisdorf bringt die österreichische Erfahrung mit Klimaanpassungsprojekten im öffentlichen Raum ein. Ute Eckardt von der Landeshauptstadt Dresden berichtet aus der kommunalen Praxis – wie eine Großstadt ihr Spielplatzkonzept systematisch an den Klimawandel anpasst, von der Bestandsaufnahme bis zur Umsetzung.
