Spielplatzbau und Planung hitzeresistenter Anlagen: Vorschriften, Materialien und Konzepte
Wenn die Rutsche im Sommer zur Herdplatte wird und der Gummiboden Hitze abstrahlt statt zu dämpfen, verliert ein Spielplatz seine Funktion. Zunehmende Hitzewellen stellen Planer und Betreiber vor neue Herausforderungen: Spielflächen müssen künftig so gestaltet sein, dass sie auch bei hohen Temperaturen sicher nutzbar bleiben und Aufenthaltsqualität bieten, ohne zu lokalen „Hitzeinseln“ zu werden.
Unser Seminar zum Spielplatzbau vermittelt Ihnen innovative Konzepte der klimaangepassten Spielplatzplanung. Wir analysieren, wie durch die richtige Materialwahl, intelligente Beschattung und den gezielten Einsatz von Vegetation und Wasser kühle Spielräume entstehen, die Gesundheit schützen und den Spielwert langfristig sichern.
Was Sie für den klimaresilienten Spielplatzbau und die Spielplatzplanung lernen
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Fragen zum Thema
Ein hitzeresistenter Spielplatz ist so geplant und gebaut, dass er auch bei hohen Temperaturen sicher und attraktiv genutzt werden kann, ohne dass Beläge Verbrennungsgefahren erzeugen oder Hitzestaus entstehen. Zunehmende Hitzewellen und der Urban-Heat-Island-Effekt machen klimaangepasste Spielplatzplanung zu einer Pflichtaufgabe für Kommunen, Schulen und Kindertagesstätten.
Nicht jedes Material ist für heiße Standorte geeignet: Dunkler Gummibelag, Kunststoffrutschen und Metallkonstruktionen heizen sich im Sommer gefährlich auf. Besser geeignet sind helle, reflektierende Oberflächen, Holz, naturbelassene Materialien und wassergebundene Decken. Das Seminar vermittelt die thermischen Eigenschaften verschiedener Beläge und Spielgeräte, damit Sie Verbrennungsgefahren gezielt vermeiden.
Beschattung ist das wirksamste Mittel gegen Überhitzung auf Spielplätzen. Eine Kombination aus natürlicher Beschattung durch Bäume und baulicher Beschattung durch Sonnensegel oder Überdachungen bietet den besten Schutz. Wichtig dabei: Bäume brauchen Zeit zum Wachsen und müssen frühzeitig in die Planung einbezogen werden; Sonnensegel sind eine schnell wirksame, aber pflegeintensivere Alternative.
Das Schwammstadt-Prinzip bezeichnet einen Stadtentwicklungsansatz, der Regenwasser vor Ort aufnimmt, speichert und verdunstet, statt es abzuleiten. Im Spielplatzbau wird es durch entsiegelte Flächen, Versickerungsanlagen und Verdunstungsbeete umgesetzt. Dies verbessert das Mikroklima durch Kühlung über Verdunstungskälte und reduziert Überhitzung – ein wichtiges Element moderner, klimaangepasster Spielplatzkonzepte.
Spielplätze unterliegen der DIN EN 1176 (Spielplatzgeräte) und der DIN EN 1177 (stoßdämpfende Böden), die Sicherheitsanforderungen an Geräte, Fallschutz und Bodenbeläge regeln. Hinzu kommen Vorgaben aus Landesbauordnungen, kommunalen Satzungen und Vergaberecht bei öffentlichen Aufträgen. Klimaschutzpflichten und kommunale Hitzeschutzkonzepte ergänzen den rechtlichen Rahmen zunehmend.
Das Seminar richtet sich an alle, die in Kommunen, Schulen, Kindertageseinrichtungen oder Planungsbüros für die Planung, Ausschreibung oder den Betrieb von Spielplätzen verantwortlich sind – darunter Grünflächenämter, Hochbauabteilungen, Schulleitungen und Facility Manager. Auch Planungsbüros und Landschaftsarchitekten profitieren von den praxisnahen Klimaanpassungskonzepten.
Organisatorische Fragen
Direkt nach Abschluss Ihrer Buchung erhalten Sie die Rechnung automatisch per E-Mail. Bitte beachten Sie, dass die Rechnung auf die von Ihnen angegebene Organisation (bzw. den Arbeitgeber) ausgestellt wird.
Der Rechnungsbetrag ist innerhalb von 14 Tagen bequem per Banküberweisung zu begleichen. Die entsprechenden Kontodaten finden Sie direkt auf der Rechnung.
Sollten Sie den Termin nicht wahrnehmen können, bitten wir Sie um eine frühzeitige Kontaktaufnahme. Gerne besprechen wir mit Ihnen mögliche Alternativen, wie zum Beispiel die Teilnahme an einem späteren Termin. Detaillierte Informationen zu den Stornierungsbedingungen finden Sie zudem in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen unter https://publivio.de/agb/.
Sie erhalten Ihre Teilnahmebescheinigung circa eine Woche nach der Veranstaltung per E-Mail zugesendet.
Der Veranstaltungspreis umfasst die Teilnahme am Seminar sowie Ihre Verpflegung vor Ort. Wir sorgen für Kaffeepausen mit Kuchen sowie ein gemeinsames Mittagessen. Eine Übernachtung ist im Preis nicht inbegriffen; wir bitten Sie, diese bei Bedarf gesondert zu organisieren.
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Hitzeresistente Spielplätze: Wie öffentliche Spielflächen dem Klimawandel standhalten
Die Sommer werden heißer – und öffentliche Spielplätze werden zum Problem. Metallrutschen, die sich auf über 60 Grad aufheizen. Gummibeläge, die Wärme speichern statt abzuleiten. Kunststoffgeräte, die unter UV-Strahlung verspröden. Was vor zwanzig Jahren als Standard galt, ist unter den klimatischen Bedingungen der Gegenwart in vielen Fällen nicht mehr sicher nutzbar. Für Kommunen, Landkreise und Träger öffentlicher Spielflächen stellt sich damit eine konkrete Frage: Wie gestaltet man Spielplätze so, dass sie auch an Hitzetagen funktionieren – und zwar nicht nur in der Theorie, sondern im realen Betrieb?
Die Herausforderung ist vielschichtiger, als sie auf den ersten Blick erscheint. Es geht nicht allein um die Wahl des richtigen Materials. Ein hitzeresistenter Spielplatz erfordert ein Zusammenspiel aus Beschattung, Materialauswahl, Bepflanzung und Wasserkonzepten, das bereits in der Planungsphase mitgedacht werden muss. Natürliche Beschattung durch Bäume braucht Jahre, bis sie wirksam ist – was bedeutet, dass der Baumbestand heute gepflanzt werden muss, damit er in fünf Jahren Schatten wirft. Technische Beschattung durch Segel oder Überdachungen ist sofort wirksam, aber wartungsintensiv und kostspielig.
Besonders spannend – und in der kommunalen Praxis noch wenig verbreitet – ist das Schwammstadt-Prinzip angewendet auf Spielflächen: Entsiegelte Böden, die Regenwasser aufnehmen und durch Verdunstung zur Kühlung beitragen. Wasserelemente, die nicht nur Spielwert bieten, sondern gleichzeitig das Mikroklima verbessern. Klimaresiliente Bepflanzung, die Schatten spendet und gleichzeitig mit Trockenperioden umgehen kann.
Für bestehende Spielplätze stellt sich zudem die Frage der Nachrüstung: Welche Maßnahmen sind wirtschaftlich vertretbar? Wo reicht eine gezielte Beschattung, und wo muss ein Gerätetausch erfolgen? Welche Materialien bieten sich als Ersatz an – und welche versprechen zwar Hitzeresistenz, halten aber in der Praxis nicht, was die Herstellerangaben suggerieren?
Unsere Fortbildung bringt drei Perspektiven zusammen: Christopher Moll von eibe, einem der führenden Spielplatzhersteller, kennt die Materialeigenschaften und technischen Möglichkeiten aus der Produktentwicklung. Christian Hütter aus der Energieregion Weiz-Gleisdorf bringt die österreichische Erfahrung mit Klimaanpassungsprojekten im öffentlichen Raum ein. Ute Eckardt von der Landeshauptstadt Dresden berichtet aus der kommunalen Praxis – wie eine Großstadt ihr Spielplatzkonzept systematisch an den Klimawandel anpasst, von der Bestandsaufnahme bis zur Umsetzung.

