Themen im Fokus

Controlling im öffentlichen Dienst steht zunehmend unter dem Anspruch, Transparenz zu schaffen, Steuerungsimpulse zu liefern und fundierte Entscheidungen zu ermöglichen. Gleichzeitig erschweren unklare Zielsysteme, begrenzte Datenqualität und der wachsende Digitalisierungsdruck eine wirkungsorientierte Umsetzung.
In diesem Seminar zeigen wir Ihnen, wie Sie Benchmarking sinnvoll und risikobewusst einsetzen, ein belastbares, wirkungsorientiertes Controlling aufbauen und digitale Instrumente gezielt nutzen, um Steuerung, Effizienz und Aussagekraft nachhaltig zu verbessern.

Das nehmen Sie mit

  • Sicherheit darüber, was wirkungsorientiertes Controlling bewirkt und welche Voraussetzungen Sie dafür schaffen müssen
  • Kernwissen zu zentralen Controlling-Bausteinen, von Zielsystemen bis zur Kennzahlenlogik
  • Routine in der Unterscheidung operativer und strategischer Steuerung
  • Praxisfähigkeit zur Steuerung über Zielvereinbarungen mit geeigneten Messgrößen
  • Gespür für Benchmarking, inklusive Chancen, Grenzen und praxistauglicher Umsetzung
  • Kompetenz im Einsatz von Berichtswesen sowie Kostenmanagement und Kosten- und Leistungsrechnung für belastbare Steuerung
Seminar Details

Modalität

Online

format

Zwei halbe Tage

zeitraum

08:30 - 13:00 Uhr

Termin & Preis

Preis pro Person zzgl. Mwst. (19%)

Ihre Referierenden

Leiter Drittmittel

Bernhard Dasselaar

Abteilungsleiter Kostenrechnung und Drittmittelverwaltung

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Diplom Betriebswirt

Lars Güthert

Abteilungsleiter Controlling Infrastruktur / Querschnitt,
Projektleiter SAP S/4HANA

Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)

Warum dieses Format

Online, kompakt, interaktiv: konzipiert für  den Arbeitsalltag im öffentlichen Dienst.

Zwei halbe Tage

Vormittags lernen, nachmittags umsetzen – ohne den Arbeitsalltag zu blockieren.

Keine Installation

Edudip läuft direkt im Browser. Kein Download, keine IT-Freigabe nötig.

Kleine Gruppe

Maximal 25 Teilnehmende für echten Austausch und individuelle Fragen.

Top Referierende

Unterschiedliche Perspektiven aus der Praxis mit viel Erfahrung in den Themen.

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Controlling im öffentlichen Dienst: Vom Zahlenfriedhof zur echten Steuerungsintelligenz

Controlling in der öffentlichen Verwaltung hat ein Imageproblem. Für viele steht der Begriff noch immer für seitenlange Berichte, die niemand liest, für Kennzahlen, die erhoben, aber nie genutzt werden, und für ein Berichtswesen, das eher der Pflichterfüllung dient als der Steuerung. Dabei wäre wirksames Controlling gerade im öffentlichen Dienst unverzichtbar – denn hier werden Entscheidungen mit öffentlichen Mitteln getroffen, die Transparenz und Rechenschaft erfordern.

Der Wandel kommt allerdings. Die Einführung der Doppik in vielen Kommunen, der wachsende Druck durch Haushaltssperren und Konsolidierungsprogramme sowie die zunehmende Erwartung an evidenzbasierte Politik verändern die Anforderungen an das Controlling grundlegend. Es reicht nicht mehr, am Jahresende festzustellen, dass Budgets überschritten wurden. Moderne Verwaltungen brauchen Instrumente, die unterjährig steuerungsrelevante Impulse liefern – bevor die Schieflage entsteht, nicht danach.

Doch wer ein Controllingsystem im öffentlichen Sektor aufbauen oder weiterentwickeln will, steht vor spezifischen Herausforderungen, die in der Privatwirtschaft so nicht existieren. Verwaltungsziele lassen sich selten in Euro oder Stückzahlen messen. Wie bemisst man den Erfolg einer Baugenehmigungsstelle? Was ist die richtige Kennzahl für eine Ausländerbehörde? Der Sprung von der Input-Steuerung – wie viel Geld wurde ausgegeben? – zur Wirkungsorientierung – was wurde damit erreicht? – ist konzeptionell anspruchsvoll und politisch heikel.

Hinzu kommen strukturelle Hürden: Die Datenqualität in vielen Verwaltungen ist lückenhaft, Fachverfahren sind nicht miteinander vernetzt, und die Bereitschaft, Ergebnisse transparent zu machen, stößt dort an Grenzen, wo Zahlen unbequeme Wahrheiten offenlegen. Wirkungsorientiertes Controlling bedeutet auch, Zielkonflikte sichtbar zu machen – zwischen Wirtschaftlichkeit und Daseinsvorsorge, zwischen Effizienz und Bürgernähe, zwischen kurzfristiger Sparsamkeit und langfristiger Investition.

Unsere Fortbildung vermittelt das Handwerkszeug, um Controlling im öffentlichen Dienst nicht als bürokratische Pflichtübung, sondern als echtes Steuerungsinstrument zu gestalten. Bernhard Dasselaar bringt aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) die Erfahrung einer Großforschungseinrichtung mit, in der Kostenrechnung und Steuerung unter komplexen Rahmenbedingungen funktionieren müssen. Lars Güthert, Abteilungsleiter Controlling bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), kennt die Realität eines öffentlichen Unternehmens, das täglich Millionen Menschen bewegt und dabei kaufmännische Steuerung mit politischen Vorgaben in Einklang bringen muss.

Beide Referierenden arbeiten praxisnah an den Fragen, die im Verwaltungsalltag wirklich zählen: Welche Kennzahlen haben tatsächlich Steuerungsrelevanz – und welche produzieren nur Papier? Wie baut man ein Berichtswesen auf, das bei Entscheidungsträgern ankommt? Und wie gelingt der Einstieg in Benchmarking, ohne Äpfel mit Birnen zu vergleichen?