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Wer öffentliche Gebäude betreibt – ob Rathaus, Schule oder Forschungsinstitut –, trägt im hohen Maße Betreiberverantwortung. Die rechtlichen Anforderungen an die Sicherheit sind streng, und im Schadensfall lauten die erste Fragen oft: „Wer ist rechtlich gesehen als Betreiber zu betrachten, waren die von ihm getroffenen Maßnahmen zur Schadensvermeidung grundsätzlich geeignet und ausreichend sowie welche Verantwortung trifft den Betreiber beim konkrekten Schadensereignis?
Die bloße Kenntnis der Vorschriften reicht nicht aus; gefordert ist ein lückenloses System aus Prüfen, Dokumentieren und Handeln.

Dieses Seminar verwandelt die abstrakte „Betreiberverantwortung“ in einen handhabbaren Plan. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Haftungsrisiken durch saubere Pflichtübertragungen, Gefährdungsbeurteilungen und Risikomatrizen systematisch minimieren.

Das nehmen Sie mit

  • Überblick über den rechtlichen Rahmen, um Ihre Pflichten als Betreiber genau zu kennen.

  • Kompetenz zur Erstellung einer individuellen Risikomatrix, mit der Sie Handlungsbedarfe priorisieren und sichtbar machen.
  • Methoden für die Durchführung effektiver Gefährdungsbeurteilungen

  • Strategien für eine rechtssichere Organisation, die Delegationsketten klärt und Dokumentationslücken schließt.
  • Sicherheit im Umgang mit Prüffristen und Wartungsintervallen, um Organisationsverschulden sicher auszuschließen.
  • Abschätzen des Aufwandes für ein rechtssicheres Betreiben Ihrer Liegenschaften

Seminar Details

Modalität

Online

format

Zwei halbe Tage

zeitraum

08:30 - 13:00 Uhr

Termin & Preis

Preis pro Person zzgl. Mwst. (19%)

Ihre Referierenden

Professionelles Porträt eines lächelnden Mannes, Dr. Joachim Liers, mit Brille und kurzem grauem Haar. Er trägt ein dunkel kariertes Sakko über einem dunkelgrünen V-Ausschnitt-Pullover und einem weißen Hemd. Die Hände sind locker vor einem hellen, neutralen Hintergrund verschränkt.
Gebäudemanagement

Dr. Joachim Liers

 

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Warum dieses Format

Online, kompakt, interaktiv: konzipiert für  den Arbeitsalltag im öffentlichen Dienst.

Zwei halbe Tage

Vormittags lernen, nachmittags umsetzen – ohne den Arbeitsalltag zu blockieren.

Keine Installation

Edudip läuft direkt im Browser. Kein Download, keine IT-Freigabe nötig.

Kleine Gruppe

Maximal 25 Teilnehmende für echten Austausch und individuelle Fragen.

Top Referierende

Unterschiedliche Perspektiven aus der Praxis mit viel Erfahrung in den Themen.

Ähnliche Fortbildungen zum Thema

Betreiberverantwortung bei öffentlichen Liegenschaften: Wer haftet, wenn etwas passiert?

Ein Deckenpaneel löst sich in einer Schulturnhalle. Ein Aufzug in einem Rathaus fällt aus, weil die Prüffrist überschritten wurde. Ein Forschungsgebäude hat Schimmelbefall, der monatelang unentdeckt blieb. In all diesen Fällen stellt sich die gleiche Frage: Wer trägt die Verantwortung – und wer haftet? Die Antwort führt unweigerlich zum Begriff der Betreiberverantwortung, und die ist im öffentlichen Sektor deutlich komplexer als in der Privatwirtschaft.

Betreiberverantwortung bedeutet: Wer ein Gebäude betreibt, muss dafür sorgen, dass von ihm keine Gefahren für Leib, Leben und Gesundheit ausgehen. Das klingt selbstverständlich, ist aber in der Praxis ein vielschichtiges Pflichtenprogramm. Die rechtlichen Anforderungen ergeben sich aus einem Geflecht von Vorschriften – Bauordnungsrecht, Arbeitsstättenverordnung, Betriebssicherheitsverordnung, Unfallverhütungsvorschriften der gesetzlichen Unfallversicherung, Brandschutzverordnungen der Länder und zahlreiche technische Regeln. Und im Schadensfall prüfen Staatsanwaltschaft und Versicherungen sehr genau, ob alle Pflichten erfüllt wurden.

Für öffentliche Einrichtungen kommt eine Besonderheit hinzu: Die Organisationsstrukturen sind oft gewachsen, nicht geplant. Die Frage, wer rechtlich als Betreiber gilt, ist nicht immer eindeutig. Ist es der Dezernent, der für das Gebäudemanagement zuständig ist? Die Amtsleiterin, die das Gebäude nutzt? Oder die Bürgermeisterin als Vertreterin des Rechtsträgers? Wenn Delegationsketten unklar sind, entsteht ein Haftungsvakuum – und das wird im Schadensfall zum Problem.

Besonders kritisch ist der Umgang mit Prüffristen und Wartungsintervallen. Aufzüge, elektrische Anlagen, Brandschutztüren, Lüftungsanlagen, Spielgeräte – für all diese Einrichtungen gelten verbindliche Prüfzyklen. Wer diese Fristen versäumt, handelt ordnungswidrig – und im Schadensfall potenziell fahrlässig. In Zeiten von Personalmangel und knappen Budgets im Facility Management ist die lückenlose Einhaltung aller Prüfpflichten eine echte organisatorische Herausforderung.

Dr. Joachim Liers von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vermittelt in unserer Fortbildung einen systematischen Ansatz: von der Bestandsaufnahme der eigenen Pflichten über die Erstellung einer individuellen Risikomatrix bis hin zur rechtssicheren Organisation der Betreiberverantwortung. Die Teilnehmenden lernen, Delegationsketten sauber aufzusetzen, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen und den realistischen Aufwand für ein rechtssicheres Betreiben ihrer Liegenschaften einzuschätzen.