BEM-Gespräche im öffentlichen Dienst: Widerstände, Eskalation und professionelle Gesprächsführung

Das Gespräch mit einer erkrankten oder langzeitabwesenden Person ist der kritischste Moment im BEM – und gleichzeitig der, auf den die wenigsten Beteiligten systematisch vorbereitet werden. Ob BEM-Beauftragte, HR-Fachkraft oder Führungskraft: Wer dieses Gespräch führt, bewegt sich zwischen Fürsorge und Funktion, zwischen rechtlichen Anforderungen und menschlicher Sensibilität.
In der Praxis scheitern BEM-Prozesse häufig nicht an fehlenden Konzepten, sondern an konkreten Gesprächssituationen: dem Mitarbeitenden, der misstrauisch ablehnt. Der Fachkraft, die nicht weiß, was sie sagen darf. Dem Gespräch, das eskaliert, weil Ängste vor Kündigung oder Kontrollverlust im Raum stehen.
Diese Fortbildung gibt Ihnen das Rüstzeug, um BEM-Gespräche strukturiert, rechtssicher und lösungsorientiert zu führen. Gerade dann, wenn es schwierig wird.

Was Sie für die souveräne Gesprächsführung im BEM-Prozess des öffentlichen Dienstes lernen

  • Konkrete Gesprächseinstiege für typische Widerstands- und Abwehrsituationen.
  • Methoden der lösungsorientierten Gesprächsführung direkt anwendbar auf den BEM-Kontext.
  • Sicherheit im Umgang mit emotionalen Reaktionen, Ängsten und drohender Eskalation.
  • De-Eskalationstechniken und Pacing & Leading für angespannte Gesprächssituationen.
  • Ein persönlicher Transferplan für die erste BEM-Gesprächssituation nach dem Seminar.

Seminardetails

Modalität

Online

format

Kurzformat (4 Stunden)

zeitraum

08:30 - 13:00 Uhr

Termin & Preis

Preis pro Person zzgl. Mwst. (19%)

Ihre Referierenden

BEM & BGM

Dr. Gregor Wittke

Auswärtiges Amt

Fragen von Teilnehmenden

Fragen zum Thema

+Welche rechtlichen Grenzen gelten beim BEM-Gespräch?

Beim BEM-Gespräch darf nicht nach der genauen Diagnose gefragt werden und die medizinische Ursache der Erkrankung ist nicht Gesprächsgegenstand. Alle gewonnenen Informationen unterliegen strengem Datenschutz und dürfen nicht ohne Zustimmung der betroffenen Person weitergegeben werden. BEM-Unterlagen dürfen in einem späteren Kündigungsschutzprozess nur eingeschränkt verwertet werden.

+Was sind Pacing & Leading und wie helfen sie bei schwierigen BEM-Gesprächen?

Pacing & Leading ist eine Methode aus der lösungsorientierten Kommunikation: Zunächst wird die emotionale Lage der betroffenen Person „gepaced“ (anerkannt, gespiegelt), bevor man sie „leitet“ (in Richtung Lösungsraum führt). Im BEM-Gespräch hilft diese Technik, Widerstand abzubauen und das Gespräch aus einer emotionalen Blockade zu lösen, ohne Konfrontation zu erzeugen.

+Wie geht man mit Eskalation im BEM-Gespräch um?

Eskalation im BEM-Gespräch kann entstehen, wenn Ängste, Vorwürfe oder Misstrauen nicht aufgefangen werden. Wirksame De-Eskalationstechniken umfassen das Absenken der eigenen Sprachintensität, das aktive Benennen der Emotion der betroffenen Person und das Anbieten einer Gesprächspause. Das Seminar vermittelt konkrete Techniken, die auch unter Druck anwendbar sind.

+Wer sollte das BEM-Gesprächsführungs-Seminar besuchen?

Das Seminar richtet sich an BEM-Beauftragte, HR-Fachkräfte, Führungskräfte und Personalverantwortliche im öffentlichen Dienst, die BEM-Gespräche führen oder vorbereiten. Auch Personalratsvertreter und Gleichstellungsbeauftragte, die an BEM-Prozessen beteiligt sind, profitieren von den Gesprächstechniken.

Organisatorische Fragen

+Wie erfolgt die Bezahlung und wann erhalte ich die Rechnung?

Direkt nach Abschluss Ihrer Buchung erhalten Sie die Rechnung automatisch per E-Mail. Bitte beachten Sie, dass die Rechnung auf die von Ihnen angegebene Organisation (bzw. den Arbeitgeber) ausgestellt wird.

Der Rechnungsbetrag ist innerhalb von 14 Tagen bequem per Banküberweisung zu begleichen. Die entsprechenden Kontodaten finden Sie direkt auf der Rechnung.

+Was passiert, wenn ich verhindert bin oder stornieren muss?

Sollten Sie den Termin nicht wahrnehmen können, bitten wir Sie um eine frühzeitige Kontaktaufnahme. Gerne besprechen wir mit Ihnen mögliche Alternativen, wie zum Beispiel die Teilnahme an einem späteren Termin. Detaillierte Informationen zu den Stornierungsbedingungen finden Sie zudem in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen unter https://publivio.de/agb/.

+Wann erhalte ich meine Teilnahmebescheinigung?

Sie erhalten Ihre Teilnahmebescheinigung circa eine Woche nach der Veranstaltung per E-Mail zugesendet.

+Was ist im Preis für Präsenzveranstaltungen enthalten?

Der Veranstaltungspreis umfasst die Teilnahme am Seminar sowie Ihre Verpflegung vor Ort. Wir sorgen für Kaffeepausen mit Kuchen sowie ein gemeinsames Mittagessen. Eine Übernachtung ist im Preis nicht inbegriffen; wir bitten Sie, diese bei Bedarf gesondert zu organisieren.

Warum dieses Format

Online, kompakt, interaktiv: konzipiert für  den Arbeitsalltag im öffentlichen Dienst.

Zwei halbe Tage

Vormittags lernen, nachmittags umsetzen – ohne den Arbeitsalltag zu blockieren.

Keine Installation

Edudip läuft direkt im Browser. Kein Download, keine IT-Freigabe nötig.

Kleine Gruppe

Maximal 25 Teilnehmende für echten Austausch und individuelle Fragen.

Top Referierende

Unterschiedliche Perspektiven aus der Praxis mit viel Erfahrung in den Themen.

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Schwierige Gespräche im Betrieblichen Eingliederungsmanagement: Warum Gesprächsführung über den BEM-Erfolg entscheidet

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist gesetzlich vorgeschrieben, doch seine Wirksamkeit hängt fast vollständig davon ab, wie das erste Gespräch geführt wird. Wer die betroffene Person nicht abholt, verliert sie. Und wer die eigene Rolle im BEM nicht klar versteht, riskiert nicht nur den Prozesserfolg, sondern auch rechtliche Konsequenzen.
In der Verwaltungspraxis treffen BEM-Beauftragte, HR-Fachkräfte und Führungskräfte regelmäßig auf Situationen, für die sie nicht ausgebildet wurden: Mitarbeitende, die schweigen oder ablehnen. Gespräche, die eskalieren, weil Angst vor Kündigung oder Versetzung im Raum steht. Emotionale Reaktionen, auf die keine Antwort parat ist. Die Herausforderung ist selten das BEM-Verfahren selbst, sie liegt im Gespräch.
Lösungsorientierte Gesprächsführung bietet hier einen fundierten Rahmen: Statt Problemanalyse und Druck steht der Fokus auf Ressourcen, Möglichkeiten und konkreten nächsten Schritten. Techniken wie Skalierungsfragen oder die sogenannte Wunderfrage helfen, festgefahrene Gespräche zu öffnen - ohne den Druck zu erhöhen. Ergänzt durch De-Eskalationsprinzipien wie Pacing & Leading entstehen Gespräche, die nicht nur Compliance erfüllen, sondern echte Wiedereingliederung ermöglichen.
Diese Fortbildung vermittelt genau dieses Handwerkszeug. Praxisnah aufbereitet von Dr. Gregor Wittke, Arbeits- und Organisationspsychologe und Psychologe beim Auswärtigen Amt - mit über 20 Jahren Erfahrung in der Begleitung von Führungskräften und Beschäftigten in herausfordernden Arbeitssituationen.